Ja – wenn Strahl und Ausspülzeit stimmen
Die Sorge ist berechtigt. Eine Sparbrause darf nicht nur wenig Wasser verbrauchen – der Strahl muss das Haar auch gut benetzen.
Entscheidend ist aber nicht allein die Wassermenge pro Minute. Genauso wichtig ist, dass das Haar lange genug vom Wasser durchflossen wird. Vereinfacht gesagt: Das Haar muss nicht in viel Wasser schwimmen, aber lange genug «im Wasser liegen», damit Shampoo- und Pflegerückstände loslassen können.
Dies ist kein Laborbericht, sondern ein Erfahrungsbericht aus der Praxis: Als Mitbegründerin von AquaClic wollte ich selbst wissen, ob eine Sparbrause Shampoo auch bei langen, dichten Haaren gründlich ausspült.Was mein Coiffeur Pasqualino dazu sagte
«Viele meiner Kundinnen hatten trockene, spröde, matte, splissige, struppige oder glanzlose Haare, weil sie
- zu viel Shampoo unverdünnt benützten
- und es viel zu wenig ausspülten.»
Das erzählte mir Pasqualino, als er mir wieder einmal die Haare eine gefühlte Ewigkeit ausspülte.
«Sowohl Shampoo als auch Conditioner solltest Du immer erst in einem Becher mit Wasser verdünnen. Sonst sind die Mittel zu konzentriert.
Die Haare brauchen nicht viel Wasser, sondern viel Zeit, um gründlich ausgespült zu werden.»
Mehr Zeit statt einfach mehr Wasser
Je nach Länge und Dicke sollten Haare mindestens 1.5 bis mehrere Minuten ausgespült werden. Dabei hilft es, das Haar mit den Händen sanft durchzukneten.
So bleibt das Haar länger dem Wasser ausgesetzt. Shampoo- und Pflegerückstände können sich besser lösen – auch bei reduziertem Durchfluss.
Der entscheidende Punkt ist nicht ein kurzer, harter Wasserschwall, sondern genügend Kontaktzeit zwischen Wasser und Haar.
Warum Shampoo-Rückstände hartnäckig sein können
Ein Haar ist schuppenartig aufgebaut – ähnlich wie ein Tannzapfen. Shampoo- und Pflegerückstände sitzen deshalb nicht nur oberflächlich, sondern können sich zwischen den Schichten halten.
Darum genügt es oft nicht, das Haar nur kurz nass zu machen. Das Wasser muss lange genug durch das Haar fliessen, damit Rückstände gelöst und ausgeschwemmt werden.
Mein Praxisversuch mit 2 bis 25 l/min
Ich zweifelte. Bis dahin war ich überzeugt, dass lange, dicke Haare viel Wasser, viel Druck und viel Zeit brauchen.
Weil ich ja Zugang zu allerhand Messgeräten habe, konnte ich verschiedene Brausen, Einsätze, Regler direkt vergleichen – nicht nur theoretisch, sondern über mehrere Wochen unter der Dusche.
Dabei habe ich Durchflussmengen von etwa 2 bis 25 Litern pro Minute getestet.
Zum Vergleich: Nichtsparende Brausen liegen gemäss Energieetikette in den Klassen D bis G, also etwa bei 13 bis über 21 Litern pro Minute.
Weniger Wasser, trotzdem gründlich ausspülen
Das Ergebnis überraschte mich: Mit mehr Zeit beim Ausspülen wirkte mein Haar glänzender und weniger trocken – auch bei geringerem Durchfluss.
Seither wasche ich meine Haare auch unter einer langen Meditationsdusche: mit der SwissClima-Brause mit optionalem 3-Liter-Regler oder mit der Prosecco mit 4-Liter-Regler.
So bleibt mehr Zeit zum Ausspülen, ohne automatisch mehr Wasser zu verbrauchen. Für mich war das der eigentliche Aha-Moment: Nicht möglichst viel Wasser machte den Unterschied, sondern genügend lange Benetzung.
Weitere Stimmen, die zum langen Ausspülen raten
gutefrage.net
Wie lange sollte man Shampoo oder Spülung auswaschen? Reichen 4 Minuten?
Antwort von «Nadi 019»: Das könne man wegen der unterschiedlichen Haarlänge nicht genau sagen. Bei ihr seien es etwa 3 bis 4 Minuten, damit das Shampoo vollständig ausgespült sei.
gofeminin.de
Haarewaschen: Diese 5 Fehler macht JEDER
Yourhairtrends.com
How long should you rinse your hair?
Dessange.com
Prendre son temps pour le rinçage
Lassen Sie sich vom Duschkopf-Ratgeber inspirieren, welche Brause Ihnen fürs gründliche Haarewaschen am besten passt.













